SAP Klassifizierung - effiziente Verwaltung und Strukturierung von Stammdaten
Die SAP Klassifizierung ist ein leistungsstarkes Werkzeug zur Strukturierung und Verwaltung von Stammdaten in SAP-Systemen. Sie ermöglicht es Unternehmen, bestimmte Stammdatenobjekte wie Materialien, Equipments, Dokumente oder Chargen ohne Entwicklungsaufwand mit kundenspezifischen Merkmalen zu erweitern und übersichtlich in (ggf. hierarchisch aufgebauten) Klassensystemen zu organisieren.
Dadurch können die jeweiligen Stammdatenobjekte gruppiert, detaillierter beschrieben, systematisch kategorisiert und mit flexiblen Suchoptionen leicht gefiltert bzw. gefunden werden.
Grundlegende Begriffe:
- Klasse: Dient als zentrales Element zur Gruppierung von SAP Objekten mit ähnlichen Eigenschaften wie z.B. bei Materialstämmen. Sie definiert zudem, welche Merkmale zur Beschreibung der Objekte verwendet werden können.
- Klassenart: Die Klassenart bestimmt, welche Objekttypen (z.B. Materialien, Equipments, Chargen oder Dokumente) einer Klasse zugeordnet werden können. Sie definiert somit den Anwendungsbereich einer Klasse und stellt sicher, dass die richtigen Merkmale für den jeweiligen Objekttyp verwendet werden.
- Merkmal: Ein Klassifizierungsmerkmal beschreibt eine spezifische Eigenschaft eines Objekts, beispielsweise eine Materialfarbe oder eine Spannung bei elektrischen Komponenten. Merkmale stehen nach der Zuordnung einer Klasse zu einem SAP-Objekt (z.B. Materialstamm) in der jeweiligen Anwendung (z.B. Transaktion MM02) zur Pflege zur Verfügung, und können dort mit konkreten Werten versorgt werden.
- Klassensystem: Ermöglicht den Aufbau einer hierarchischen Klassenstruktur und damit eine systematische und strukturierte Verwaltung von Stammdaten-Objekten und -Merkmalen.
Ein bekanntes und standardisiertes Beispiel hierfür ist eCl@ss, das branchenübergreifend zur Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen z.B. im Einkauf verwendet wird.
> Beispiel von Wikimedia.org:
Einsatzszenarien der SAP Klassifizierung
Klassifizierungsdaten können in unterschiedlichen Unternehmensbereichen genutzt werden, darunter:
- Materialwirtschaft (MM): Strukturierung und Beschreibung der Materialstämme nach technischen oder kaufmännischen Merkmalen zur besseren Steuerung von Beschaffung und Lagerhaltung.
> Beispiel: mit technischen Merkmalen klassifizierter Materialstamm
- Instandhaltung (PM): Klassifizierung von Equipments zur Optimierung von Wartungsprozessen und Ersatzteilmanagement.
- Dokumentenmanagement (DMS): Organisieren von Dokumenten nach spezifischen Eigenschaften für eine verbesserte Suche und Verwaltung.
> Beispiel: mit zusätzlichen beschreibenden Merkmalen klassifizierter Dokumentinfosatz
- Qualitätsmanagement (QM): Identifikation und Klassifizierung von Prüfmerkmalen für eine effizientere Qualitätssicherung.
Vorteile
- Verbesserte Datenstrukturierung: Ein einheitliches und zentral verwaltetes Klassensystem erhöht die Datenqualität über Ihre Stammdatenobjekte und reduziert dadurch Redundanzen.
- Effiziente Suche und Auswertung: Die klassifizierten Objekte können über flexible Suchfunktionen z.B. gezielt über die Klassenhierarchie und/oder zugeordnete Merkmalswerte durchsucht, gefiltert und analysiert werden.
- Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Individuell definierbare Klassen und Merkmale ermöglichen eine präzise Anpassung an unternehmensspezifische Anforderungen, ohne zusätzlichen Entwicklungsaufwand.
- Dublettenprüfung: Der Einsatz von Klassen und Merkmalen ermöglicht die Identifikation und Vermeidung von Dubletten, indem bereits bei der Anlage von Stammdaten (z.B. Materialstamm) vorhandene Datensätze verglichen und redundante Einträge erkannt werden.
Nutzen Sie die SAP Klassifizierung, um Ihre Stammdaten optimal zu verwalten und geschäftliche Prozesse nachhaltig zu verbessern. Gerne unterstützen wir Sie bei der Einführung und Anpassung der SAP Klassifizierungsfunktionen mit Fokus auf Ihre individuellen Unternehmensanforderungen.



