Engineering Change Management (SAP ECM) – Effiziente Verwaltung von Produktänderungen
In der heutigen dynamischen Geschäftswelt ist die Fähigkeit, Produktänderungen zu dokumentieren, sie effektiv zu steuern und nahtlos in die bestehenden Geschäftsprozesse zu integrieren, für Unternehmen von entscheidender Bedeutung.
Engineering Change Management (SAP ECM) bietet im Kontext des Product Lifecycle Managements hierfür unterschiedlich umfassende Lösungen, die es ermöglichen, die Änderungsanforderung und Änderungsdurchführung transparent, dokumentiert und zielgerichtet zu handhaben.
Warum Engineering Change Management?
Nach der Erstkonstruktion eines Produkts können verschiedene Ereignisse und Faktoren, wie z.B. Kundenanforderungen, Lieferengpässe bei bestimmten Materialien oder regulatorische Änderungen Produktänderungen erforderlich machen.
Das Änderungsmanagement unterstützt Unternehmen dabei, diese Änderungen effizient zu bewerten, abzustimmen und umzusetzen. Es stellt sicher, dass alle beteiligten Abteilungen – von der Konstruktion über den Einkauf bis hin zur Produktion und Qualitätssicherung – während des gesamten Änderungsprozesses stets Zugriff auf die betroffenen Produktdaten wie z.B. Materialstämme, Stücklisten und Dokumente haben, und führt die einhergehenden Stammdatenänderungen ggf. zeitgesteuert in die logistischen Prozesse ein.
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SAP ECM - Kernfunktionen und Tools im Engineering Change Management
ECM stellt verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, um Änderungsprozesse verschiedenster Art und Ausprägung strukturiert zu steuern und zu dokumentieren:
1. Änderungsnummer (Änderungsstamm)
Die Änderungsnummer dient als zentrales Element im ECM und ermöglicht die Erfassung und Verwaltung von Änderungen an Materialstämmen, Stücklisten, Arbeitsplänen, Dokumenten und weiteren Objekten.
Funktionen:
- Nachverfolgbarkeit und Dokumentation aller Änderungen an Stammdatenobjekten wie Stücklisten, Materialien und Dokumenten
- Gültigkeitssteuerung:
Jede Änderungsnummer stellt mit einem Gültigkeitsdatum sicher, dass Änderungen wie der Austausch einer Komponente in einer Stückliste, erst ab bzw. zu einem bestimmten Zeitpunkt wirksam werden. Dies ermöglicht z. B. eine vorausschauende Planung von Materialänderungen in der Produktion. - Integration mit Änderungsmappen und Konstruktionsmappen (siehe nachfolgende Kapitel/Punkte):
Mehrere Änderungsnummern können gleichzeitig innerhalb einer Konstruktions- und/oder Änderungsmappe gebündelt werden, um mehrere zusammenhängende Änderungen gemeinsam zu verwalten.
Systemvoraussetzungen:
- Aktivierung der Änderungsverwaltung in relevanten Modulen (z. B. SAP PP MM, PLM)
- Berechtigungskonzept für Änderungsstämme
2. Konstruktionsmappe
Die Konstruktionsmappe unterstützt die Verwaltung von Änderungen in der Produktentwicklung. Sie ermöglicht eine strukturierte Bearbeitung von Konstruktionsänderungen, bevor diese in die produktive Umgebung überführt werden.
Funktionen:
- Erstellung und Verwaltung von Konstruktionsmappen mit einer oder mehreren Änderungsnummern
- Zuordnung betroffener Objekte wie Dokumente, Materialstämme oder Stücklisten
- Freigabeprozess mit definierten Workflows zur Abstimmung von Konstruktionsänderungen
Systemvoraussetzungen:
- SAP PLM 7 oder höher
- SAP ERP 6.0 oder höher
- Aktivierte ECM-Funktionalität im System
- Customizing der Entwicklungsprozesse entsprechend den Unternehmensanforderungen
3. Änderungsmappe
Die Änderungsmappe repräsentiert die nächste Evolutionsstufe der Konstruktionsmappe. Sie bildet die Phasen des Änderungsantrages und auch Änderungsauftrags gemeinschaftlich ab, und koordiniert die Analyse und Durchführung der Produktdatenänderungen bis hin zur Übernahme in den produktiven Betrieb.
Sie fasst ggf. auch mehrere zusammengehörige Änderungsnummern in einer übergeordneten Mappe zusammen.
Funktionen:
- Erstellung von Änderungsmappen zur Bündelung mehrerer Änderungsnummern
- Zuordnung betroffener Objekte wie Materialstämme, Stücklisten, Dokumente oder Arbeitspläne
- Koordination der Freigabeprozesse über definierte Genehmigungsworkflows
- Aktivierung und Umsetzung der Änderungen
- Durchführung von Change Impact Analysen zur Bewertung der Auswirkungen von Änderungen auf bestehende Geschäftsprozesse
- Abschluss der Änderungsmappe nach erfolgreicher Implementierung aller Änderungen
Systemvoraussetzungen:
- SAP S/4HANA 2020 oder höher
- Aktivierte ECM-Funktionalität im System
- Integration der Change Impact Analysis für erweiterte Analysefunktionen
- Definition und Customizing der Änderungsprozesse entsprechend den spezifischen
Fazit zu SAP ECM
Mit Engineering Change Management bietet SAP den Unternehmen flexible und leistungsstarke Werkzeuge, um Änderungen effizient zu steuern und zu dokumentieren.
Während die Konstruktionsmappe in Releases vor S/4HANA zum Einsatz kommt, übernimmt mit S/4HANA die Änderungsmappe die Steuerung der Änderungsprozesse und bietet zusätzliche, erweiterte Features.
Die Integration der Change Impact Analysis ermöglicht es, die Auswirkungen von Änderungen auf bestehende Geschäftsprozesse präzise zu bewerten und die betroffenen Objekte in den Änderungsprozess zu integrieren.
